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FACTION up your WARDROBE! Der Weg zur perfekt extravaganten Garderobe

Der Weg zur perfekt extravaganten Garderobe

Hand aufs Herz: Bist du eigentlich zu 100% zufrieden mit deinem Style?! Nein? Dann geht es dir wie vielen: Volle Kleiderschränke – und nichts zum Anziehen! Vor Kurzem habe ich mir meinen eigenen Kleiderkasten vorgeknöpft und ein System entwickelt. Das Ziel? Eine Garderobe, die so KLEIN, so ERGIEBIG und dabei auch noch so INDIVIDUELL wie möglich ist. Und hier kommt er: Der Weg zur PERFEKT EXTRAVAGANTEN Garderobe.

Es geht dabei nicht darum, so viel wie möglich wegzuschmeißen und dann durch Neues zu ersetzen. Vielmehr gilt es , so viel wie möglich UPZUCYCLEN, AUFZUWERTEN oder zu SPENDEN. Denn der perfekte Stil ist zwar schön und gut – er sollte aber genauso nachhaltig wie individuell sein. Was ich also vorhabe, ist eine Art TETRIS Spiel mit dem Kleiderschrank. Eines, das uns zum Nachdenken aber auch SPASS bringt – versprochen!

1. Schritt: Check the FIT!

Deine perfekt extravagante Garderobe steht und fällt mit ein paar ganz grundlegenden Fragen. Bevor du lange über deinen Stil sinnierst musst du dir ein paar grundlegende Fragen stellen.  So einfach es auch klingt, die ersten Fragen müssen lauten:

  • GEFÄLLT es mir?

Einfach das grundlegende Gefühl checken – und 1 bis 3 Punkte verteilen (1=Nein / 2=Manchmal / 3=Ja)

  • PASST es mir?

Danach: Ganz klar die Passform checken! Ist es zu klein, oder zu groß? (1=Nein / 2=Nur, wenn ich nichts esse / 3=Ja)

  • TRAGE ich es?

Auch das: Ganz grundlegend. Was nutzt aller Stil der Welt wenn er eigentlich immer im Kasten vor sich hinstaubt?! (1=Nein / 2=Manchmal / 3=Ja)

  • Kann ich es KOMBINIEREN?

Dein Ziel ist eine ergiebige Garderobe. Je öfter du deine Kleidung also kombinieren kannst, desto besser! (1=1 Outfit / 2=2-3 Outfits / 3=4+ Outfits)

Beantworte alle Fragen realistisch und ehrlich und addiere alle vier Punktekategorien per Kleidungsstück.

4-6 Punkte: Diese Kleidung verlässt den aktiven Kleiderschrank (vorerst). Diese Stücke legen wir beiseite und werden sie später entweder upcyclen, in der Größe adjustieren, spenden oder wegschmeißen.

7+ Punkte: Diese Stücke haben den ersten Test bestanden und kommen in die nächste Runde.

2. Schritt: Find and develop your STYLE!

Stell dir die simple aber auch höchst komplexe Frage: Welchen Stil habe ich und/oder welchen Stil möchte ich haben? Finde die Antwort mit diesen drei Möglichkeiten:

  • Leg gleich mit deinen Stilrichtungen los!

Wenn du deinen Stil kennst, zerlege ihn in einzelne Stilrichtungen. Ja, keine/r von uns hat EINEN Stil sondern kombiniert gerne – DAS macht ja Individualität aus. Und Stile gibt es de facto wie Sand am Meer. Hier habe ich dir eine Auswahl der derzeit präsentesten zusammengestellt.

  • Suche deine Top 10 Kleidungsstücke heraus & beschreibe sie!

Schau direkt in deinen Schrank: Welche zehn Teile trägst du am öftesten & liebsten? Picke sie heraus und versuche, sie zu beschreiben. Selbstverständlich kannst du hier direkt eine Wunschliste herausarbeiten – den eigenen Stil weiter zu entwickeln ist genauso wichtig wie ihn zu kennen.

Sobald du mit diesen Methoden ein paar Stilrichtungen herausgearbeitet hast, schreibe sie auf Post-its und knöpf dir dann deinen ganzen Schrank vor. Neben den Stilgruppen ist es auch klug, gleich ein paar Anlass-bezogene Nebengruppen zu machen: Basics (T-Shirts, Jeans, …), Casual Wear (Home Wear,…), Beach Wear, Sportkleidung – diese Gruppen können im Schrank in Zukunft gleich nebeneinander gehängt werden.

MIX & MATCH

Nachdem du deine Kleidung begutachtet und zugeordnet hast, musst du natürlich schauen: Welche Outfits gehen sich nun aus? Dabei wirst du gleich sehen: Den individuellen Stil macht natürlich das Styling – also die Kombination – aus. Und dem gilt es auf die Spur zu kommen: Magst du deine Outfits aus einem Guss bzw. wenn Ähnliches kombiniert wird? Oder wenn richtig harsche Kontraste aufeinandertreffen und wenn es ironisch wird?

Ich habe eines meiner Lieblingskleider auf vier verschiedene Arten gestylt. Das Kleid ist prinzipiell klassisch modern – ich kann es aber mit Accessoires sehr unterschiedlich stylen und so meine persönliche Handschrift entwickeln. Nimm dir Zeit und geh die Sache spielerisch an. Wenn du zufrieden bist, mach ein Foto, um zukünftig in der Früh schnell perfekt angezogen zu sein.

An dieser Stelle wirst du auch sehen, dass einige Teile – auch wenn sie deinem Stil super entsprechen – nicht immer die perfekten Partner im Schrank haben. Lege eine Liste mit Wunsch-Kleidungsstücken an. Das wird dir beim nächsten Shoppen helfen und den Spontankaufrausch verhindern – eine Krankheit, die noch nie zur perfekten Garderobe geführt hat. Ein Blick auf diese Liste wird dir in Zukunft zeigen, was du brauchst und was nicht.

Es PASST nicht? Dann mach es PASSEND!

Außerdem ist jetzt auch der Zeitpunkt, jene Kleidung anzuschauen, die du gerne UPCYCLEN oder ändern möchtest.

Du möchtest die Größe verändern? Entweder du traust dich selbst und lässt beispielsweise die seitlichen Nähte eines Rockes aus und machst ihn enger oder weiter. Das können frau und man meistens auch per Hand. Oder aber du gehst gleich zum/r nächsten Schneider/in, und schaust was mach- und leistbar ist.

Die Farbe ist ausgeblichen? Dann kauf dir Textilfarbe, die es normalerweise in jedem Drogeriemarkt gibt und die per Waschgang in der Waschmaschine funktioniert. Du kannst die Farbe auffrischen (vor allem Schwarz ist ja so ein Kandidat fürs Ausbleichen!) oder aber gleich verändern. Trau dich – ich habe so letztens das Leben so einiger Stücke verlängert.

Was das Upcyclen betrifft sind die Möglichkeiten unendlich. Einige findest du auf meinem Pinboard!

3. Schritt: Find and add the FACTION!

Und nachdem wir nun alle unsere Hausaufgaben gemacht haben kommt endlich der SPASS: Finde die FACTION in deiner GARDEROBE!

FACTION hat viele Gesichter. Aber alle diese Gesichter haben Eines gemeinsam: Sie sind EXTRAVAGANT. FACTION ist nämlich immer etwas, das aus der Reihe tanzt, das überrascht, und das aus einer anderen Welt kommt.

FACTION kommt aus einer VERGANGENEN WELT

Natürlich zählt VINTAGE zu den ganz großen Themen, die ganz besonders besonders sind. In einer perfekt extravagantesn Garderobe darf Vintage Mode, die schließlich wirklich aus einer anderen, vergangenen Welt kommt, nicht fehlen. Ein ganz großartiges Beispiel sind die Tellerröcke aus den 50ern – DAS Symbol jener Ära. Man sagt, Christian Dior wurde kurz nach dem Krieg vom französischen Staat regelrecht eingeladen, eine Mode zu designen, die viel Textil brauchen würde, um die (Textil-) Wirtschaft anzukurbeln.

Nun, ob das wahr ist oder nicht, Eines steht fest: Diese Tellerröcke prägten eine ganze Dekade. Heutzutage findet frau solche Röcke kaum in zeitgenössischen Geschäften – es ist für H&M, Zara und Konsorten schlichtweg zu teuer, um sie zu ihren Preisen zu produzieren. Ein Tellerrock braucht aufgrund des Schnitts ca. 3 Meter Stoff, ein Pencil-Skirt nur max. 70 cm. Zur Erklärung: Auf den Boden ausgebreitet ergibt der Schnitt einen vollen Kreis, also einen „Teller“ – und das braucht natürlich ordentlich Material. Du musst sich also auf Vintage verlassen oder den Tellerrock selbst nähen. Aber es lohnt sich: Solche Röcke sorgen immer für Aufsehen und garantieren den FACTION Moment! Und abgesehen vom Glamour sind sie auch wahnsinnig bequem, weil sie ja so weit sind.

Kleine ACCESSOIRES – große WIRKUNG

Wenn du bei Second Hand Kleidung nicht fündig wirst, dann tun es Accessoires natürlich auch. Diese sind oft leichter zu finden und hängen nicht so sehr mit der eigenen Kleidergröße zusammen.

Kopfbedeckungen sind ein perfektes Beispiel: Hüte waren bis in die 20s essenzieller Bestandteil jedes Outfits – Männer, die keinen Hut trugen, wurden als REBELLEN bezeichnet. Bis in die 60s waren Kopfbedeckungen auch noch sehr üblich, wobei keinen Hut zu tragen auch bereits Mainstream war. Hüte sind im heutzutage  relativ UNÜBLICH. Schleier sind regelrecht EXTRAVAGANT. Fascinators sieht man bei Hochzeiten und anderen festlichen Anlässen MANCHMAL. Kopftücher werden höchstens im politischen Kontext besprochen – und da geht es kaum um Stil. Und dabei macht es so viel Spaß, mitten am Tag mit einem der oben genannten Accessoires herumzuspazieren – versprochen!

Darüber hinaus gilt: Es braucht nicht viel mehr als eine ungewöhnliche Kopfbedeckung. Kein außergewöhnliches Outfit ist vonnöten, um aus der Reihe zu tanzen wenn frau nur mitten am Tag mit Hut und Schleier unterwegs ist.

Ein weiterer Vintage-Glamour-Garant ist PELZ (selbstverständlich fake fur oder Vintage)! Ob als Schal, als Kopfbedeckung, als Taschenbesatz oder glamouröses Detail – Pelz sorgt immer für FACTION.

Darüber hinaus kannst du dich ganz allgemein an Vintage Accessoires orientieren. Es gab früher so viel entzückende Accessoires, die heutzutage überhaupt nicht mehr existieren: Pelzmuffs z.B. oder Sonnenschirme, gehäkelte weiße Handschuhe, extravagant geschnitzte Spazierstöcke, eine echte Blüte im Knopfloch und und und! Auch hier gilt: Pinterest ist dein endlos inspirierender Katalog – finde hier meine liebsten Vintage Accessoires.

FACTION geht UNGEWÖHNLICHE WEGE

Doch nicht nur VINTAGE sondern auch so manch Anderes kann aus der Reihe tanzen: Ein ungewöhnliches MATERIAL (Brokat z.B.), oder auch außergewöhnliche PRINTS oder FARBEN. Extravagant kann auch der SCHNITT sein: Große Volumina, viel Textil, lange Kleider oder Mäntel fallen immer auf.

Go MONOCHROME

Du kannst aber auch ungewöhnlich KOMBINIEREN: Monochrom zusammengestellte Outfits sind heutzutage ganz selten. Normal war das bis in die frühen 90s – seitdem galten sie lange als verpönt und zu sehr „gewollt“. Meine Erfahrung zeigt aber: Wenn die Kleidung selbst zeitgenössisch ist, dann kann eine monochrome Kombination beim FACTION game nur Gutes tun. Wichtig ist hier, einerseits verschiedene Töne ein und derselben Farbe zu nehmen (gerne auch warm und kalt kombinieren). Andererseits solltest du keine schwarzen oder beigen Accessoires dazu tragen – das wirkt schnell altmodisch und zu brav – sondern einen komplementären Farbkontrast bei den Accessoires setzen. Das gibt dem Ganzen einen zeitgenössischen Touch. Wir wollen ja schließlich nicht aussehen wie eine Faschingsversion vom Denver Clan. Sehr wohl wollen wir aber den Chic jener Zeit mitnehmen.

FACTION kommt aus einer ANDEREN WELT

Auch kulturelle Aspekte spielen eine große Rolle wenn es darum geht, ungewöhnlich auszusehen. In unserer sogenannten ‚westlichen Welt‘ (und in jener, die von jener stark beeinflusst ist) gibt es eine Reihe etablierter Kleidungsstücke: Ein Hosenanzug, ein Pullover, ein Trenchcoat – das sind alles etablierte Kleidungsformen unseres Kulturkreises.

WESTERN & EASTERN

Etablierte Kleiderformen gibt es auf der ganzen Welt – in jedem Kulturkreis sehen sie aber anders aus. Was hier vor allem spannend ist: Fast überall außer in unserer westlichen Welt wird Kleidung als etwas Längerfristiges gesehen. Sie wechselt nicht mehrmals im Jahr. Ein Sari aus Indien, ein Kimono aus Japan, Trachten aus aller Welt – diese Dinge werden üblicherweise länger getragen als ein Top vom H&M – und sehen dabei viel toller aus.

Seit geraumer Zeit kaufe und sammle ich Kleidung aus jenen Welten und trage sie gerne und über Jahre hinweg. Sie kommen nicht so leicht aus der Mode, sind somit nachhaltig – und sind immer FACTION. In meinem Fall sind es oft Stücke aus dem ehemaligen Jugoslawien und repräsentieren so ein Stück meiner Heimat und Identität. Abgesehen davon bedeuten sie für mich Erinnerungen an Reisen und sind somit meiner Meinung nach die besten Souvenirs, die man und frau haben kann.

FACTION is KUNST

Natürlich dürfen wir schlussendlich künstlerische Aspekte nicht vergessen. Denn Dadaismus und Surrealismus, aber auch abstrakte Kunst finden sich immer wieder in der zeitgenössischen Mode. Die Frage lautet also: Hat deine Kleidung eine eigene, künstlerische, über die gängige Ästhetik hinausgehende Aussage? Das können optische Täuschungen (über Stickerei oder Prints z.B.), Farbkleckser oder aber auch animalische Elemente sein. Jede perfekt extravagante Garderobe sollte eine oder mehrere surreale Überraschungen beinhalten!

Mein eigener surrealer Clou ist dieser 50s Rock: Ein Tellerrock, der vom Schnitt her für wallende Bewegung schlechthin steht, und gleichzeitig einen hölzernen, steifen Print zeigt.

Lust auf mehr surrealistische Mode? Stöbere gleich hier in meinem Pin-Board, das genau solche kultigen wie zeitgenössischen Kleidungsstücke beinhaltet. Oder aber schau kurz auf die anderen Artikel meiner Kolumne #ArtsyFashion, wo du z.B. einen Artikel zum Thema Pop-Art meets Louis Vuitton oder auch einen Artikel über das Vulgäre in der (Haute Couture) Mode findest.

FACTION ist KULT

Für die Sammler*innen unter uns gilt es auch, sich auf die Suche nach KULTIGEN Stücken zu machen. Frag dich also: Ist mein Kleidungsstück ein Mode-Klassiker? (Biker Lederjacke, Nadelstreifenanzug, Versace-Hemd oder -Muster, Adidas All Stars, Duffle Coat, Chanel Ballerinas & Tweed Blazer, YSL Saharienne, …). Was nicht in deiner Garderobe zu finden ist, das setze auf deine Wunschliste. Auf dem nächsten Flohmarkt oder auf den mittlerweile zahlreichen Vintage Luxury Online Plattformen findest du bestimmt das eine oder andere Stück – und das zu einem vernünftigen Preis.

Last but not least: Hier kommt eine Liste einiger kultiger Kleider, die am besten in jeder Garderobe zu finden sein sollten – wenn auch nur als Interpretation. Denn im Original wirst du sie kaum wiederfinden. Sehr wohl kannst du aber Kleider finden, die zumindest eine Reminiszenz an so manches Kultkleid sind. Oder aber du legst Hand an und nähst deine Lieblinge nach – das mache ich in regelmäßigen Abständen.

Ich denke da z.B. an das kultige Cape-Kleid, das Anjelica Huston in “Hexen hexen” getragen hat (siehe meine Version unten), das braune, weiß getupfte Kleid aus Pretty Woman, Audrey Hepburns kleines Schwarzes mit Federbesatz aus Breakfast at Tiffany’s, Carrie Bradshaws pinkes Oscar de la Renta Cocktail-Kleid, zahlreiche Kleider aus Federico Fellinis Filmen – Anita Ekbergs Traumkleid aus La Dolce Vita – und viele mehr!

Denn was könnte mehr FACTION bringen als auszusehen wie eine bekannte Figur aus einem kultigen Film?! Meiner Meinung nach ist das the top of the GAME beim Zusammenstellen einer perfekt extravaganten Garderobe.

Und damit sind wir am Ende des FASHION FACTION Projekts angekommen! Ich muss zugeben: Was als Blog-Beitrag begonnen hat, ist fast schon ein Manifest geworden. Ich hoffe, meine Leitlinien zur perfekt extravaganten Garderobe haben dir geholfen, Licht ins Dunkel deines Kleiderschranks und vor allem persönlichen Stils zu finden. Mir hat es Klarheit, Bewusstsein sowie einige kreative Abende gebracht und spart mir derzeit viel Zeit und Geld - alles Dinge, die wir selten im Überfluss haben.
Ivana
Madame F

(1) Comment

  1. Hi there colleagues, its fantastic post about educationand entirely explained, keep it up
    all the time.

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